The climate crisis can feel
overwhelming. It spans continents
and stretches across lifetimes.
It easily escapes our perception
and becomes an abstract.
It seems everywhere and nowhere.

OPINION

How do we feel
a changing climate?

eisbaer
arianna

Quiet flows the Po: the life and
slow death of Italy’s longest river

— the guardian, Donnerstag, 10th July 2022

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Italy’s longest river, the Po, was once called the “king of rivers” by Virgil (“fluviorum rex”). It was considered mighty less for its length – it’s only about 400 miles (652 kilometres) long – than for its expanding girth: the countryside next to the river, the Padanian plain, was so flat that the Po was often less of a river than a slow-moving marsh, always flooding land dozens of miles either side of its porous banks.


Since it flows entirely in Italian territory – rising a few hundred metres inside the French-Italian border in the Cottian Alps and heading east until it reaches the Adriatic Sea just south of Venice – the Po is part of the national psyche. The poet Guido Ceronetti once wrote: “You need to understand the Po to understand Italy,” but now – as northern Italy faces its worst drought in 70 years – the river is also a prism through which to glimpse the country’s ecological emergency.

It has, in some places, completely disappeared this summer. Next to Saluzzo, upstream of Turin, I walked from one bank to the other without wetting my feet. There was only white gravel with buddleia where the “great river” was supposed to be. The Po has 141 tributaries, so further downstream the river does return. But two weeks ago, in late June, the flow measured at Pontelagoscuro, near Ferrara, fell below an average of 145 cubic metres per second (the historic average flow for June is 1,805 cubic metres per second). At Cremona – roughly halfway along the Po – the water is currently more than 8 metres (26ft) below “hydrographic zero”. On Monday, the Italian government declared a state of emergency in five northern regions – Emilia-Romagna, Lombardy, Piedmont, Veneto and Friuli Venezia Giulia. Power stations and spas have been closed, ornamental fountains in Milan have been shut and daytime hosepipe bans are in place because water is simply evaporating faster than it falls.

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Klimawandel beeinflusst Ausmaß von Hochwasser-
ereignissen in Deutschland

— Blöschl-Studie, 28. August 2019

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Lange wurde es unter Expertinnen und Experten heiß diskutiert: Hängen Klimawandel und Hochwasser-Ereignisse ursächlich zusammen? Ja, sagt nun eine im renommierten Wissenschaftsjournal Nature veröffentlichte Studie unter der Leitung von Günter Blöschl (TU Wien). Der Effekt ist dabei jedoch - je nach Region in Europa - sehr unterschiedlich.


Am 28. August 2019 wurden die Ergebnisse der Blöschl-Studie von Nature veröffentlicht. Die Kernbotschaft lautet: Ja, es gibt einen messbaren Zusammenhang zwischen den langfristigen Klimaänderungen und den oft spontan auftretenden, bislang eher lokalen Wettereignissen zugeschriebenen, extremen Hoch- und Niedrigwassern. Dieser Nachweis ist insofern spektakulär, als es noch keiner Untersuchung zuvor gelungen ist, die Behauptung eines Zusammenhangs zwischen Klimawandel und Hochwassern nachweisbar zu belegen oder zu verwerfen. Gelungen ist dies nun mit der europaweit größten Datenbank für Flusshochwasser. Dank ihr wurden die Daten von über 3.700 europäischen Hochwassermessstationen im Zeitraum von

1960 bis 2010 ausgewertet und zusätzlich Faktoren wie Niederschläge, Bodenfeuchte und Lufttemperatur in die Berechnungen einbezogen. Angeleitet wurden diese Forschungen vom Österreichischen Hydrologen Günter Blöschl am Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der Technischen Universität Wien. Dessen Team besteht jedoch aus 17 weiteren renommierten Forscherinnen und Forschern aus 8 europäischen Staaten, insgesamt haben 47 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus 25 europäischen Staaten zur Veröffentlichung der Ergebnisse beigetragen. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie auf einen Blick: Der Klimawandel beeinflusst das Ausmaß von Hochwasserereignissen. Es gibt klare regionale Muster beim Anstieg sowie Rückgang von Flusshochwasser in Europa über die letzten Jahrzehnte hinweg.

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Wie klimafreundlich ist Tesla?
Gigafactory in Grünheide

— Zeit Online, 9.April 2021

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Tesla fordert eine schnellere Baugenehmigung für seine Fabrik in Grünheide, weil sie zum Klimaschutz beitragen werde. Aber stimmt das? Das Potenzial jedenfalls ist groß.


Es ist eine kühne Behauptung, die Tesla in einem am Donnerstag öffentlich gewordenen Schreiben an das Landesgericht Brandenburg aufstellt. Dort heißt es: "Der deutsche Genehmigungsrahmen für Industrie- und Infrastrukturprojekte […] steht in direktem Gegensatz zu der für die Bekämpfung des Klimawandels notwendigen Dringlichkeit […]." Im Klartext: Die Bürokratie ist zu langsam und deswegen geht es mit dem Klimaschutz nicht recht voran. In dem Brief erwähnt der US-Automobilhersteller die eigene Elektroautofabrik in Brandenburg zwar mit keinem Wort, aber die Vermutung liegt nahe, dass die Kritik mit dem stockenden Genehmigungsverfahren für die Gigafabrik zusammenhängt.

Die Vorwürfe sind überraschend, weil Teslas Großprojekt in Brandenburg eher ein Beispiel für die mögliche Effizienz der deutschen Behörden ist als für deren Langsamkeit: Nur 16 Monate nach der Antragstellung ist die Fabrik zu etwa zwei Dritteln fertiggestellt. Im Sommer sollen die ersten Autos vom Band rollen. Möglich wurde das durch eine Ausnahmeregelung im Bundesimmissionsschutzgesetz, die Baumaßnahmen unter Vorbehalt erlaubt. Die abschließende Genehmigung fehlt allerdings noch. Eigentlich sollte die finale Entscheidung Ende März fallen, wegen einer großen Zahl von Anträgen beim Landesamt für Umwelt wurde die Entscheidung aber auf einen unbestimmten Termin im Frühjahr vertagt.

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Vor 35 Jahren: Westdeutschlands
erster Smogalarm

— Deutschlandfunk, 18. Januar 2020

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Alle redeten vom Wetter an diesem 18. Januar 1985 – auch Friedhelm Farthmann, der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister, der damals den ersten Smogalarm der höchsten Alarmstufe, der Stufe 3, verkündete. Ein großer Teil der Belastung hatte seinen Ursprung in den Emissionen der DDR.


Januar 1985: Es ist Freitagnachmittag. In weiten Teilen des Ruhrgebiets sind die Straßen verwaist, Industriebetriebe drosseln ihre Produktion, der Schulunterricht war ausgefallen. Es herrscht Smogalarm der höchsten Stufe, der Stufe 3 – zum ersten Mal in der bundesdeutschen Geschichte. „Entgegen der zwingenden Vorschrift der Verordnung weiter zuzuwarten, sehe ich mich im Interesse der Gesundheit der Bürger außerstande, wobei hinzukommt, dass wir von der Wetterlage keinerlei Entlastung erwarten können“, sagte NRW-Arbeits- und Gesundheitsminister Friedhelm Farthmann (SPD). Er hat für das westliche Ruhrgebiet Smogalarm erlassen. Smog, das ist eine Kombination aus den englischen Wörtern smoke für Rauch und fog für Nebel. Er entsteht bei Inversionswetterlagen,

wenn wärmere Luftschichten über kälteren liegen. Das verhindert den Luftaustausch wie eine Glasglocke, die Schadstoffe sammeln sich an. Und so errichtet die Polizei in den Städten Straßensperren, im Rundfunk gibt es Durchsagen mit Verhaltensregeln: „Ein Hinweis noch, falls Sie, meine Damen und Herren, ins Ruhrgebiet unterwegs sind, die Autobahnen dort sind passierbar für die Durchfahrt. Probleme kann es aber geben bei den Ausfahrten, die können zum Teil gesperrt sein.“

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Insektensterben:
Das Windschutzscheiben-
Phänomen

— Heise, 27. April 2020

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Wenn es um Insektensterben geht, wird oft auf das "Windschutzscheiben-Phänomen" verwiesen: Heute kleben wesentlich weniger Insektenreste auf Windschutzscheiben als noch vor einigen Jahrzehnten. Das Massensterben von Insekten ist eine seit Jahren sichtbare und hörbare menschengemachte Naturkatastrophe. Eine neue Meta-Studie bestätigt diese Beobachtung.


In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science wurde die bisher größte Auswertung der weltweiten Insektenvorkommen veröffentlicht. Die Meta-Analyse des Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDIV) und der Martin-Luther-Universität (MLU) kombinierte 166 Langzeituntersuchungen an 1.676 Standorten, die zwischen 1925 und 2018 durchgeführt wurden, um Entwicklungen in Insektenbeständen zu untersuchen. Sie zeigt einen Rückgang von fast 25% in den letzten 30 Jahren. Demnach stellten die Wissenschaftler eine durchschnittliche Abnahme der terrestrischen Insektenhäufigkeit um neun Prozent pro Jahrzehnt, dagegen eine Zunahme der Süßwasserinsektenhäufigkeit um elf Prozent

pro Jahrzehnt fest. Doch Wasserinsekten machen nur etwa zehn Prozent aller Insektenarten aus und bestäuben keine Nutzpflanzen. Jonathan Chase, Professor am iDiv und an der MLU, bestätigt das Windschutzscheiben-Phänomen: "Viele Insekten können fliegen, und es sind diejenigen, die von den Windschutzscheiben der Autos zerquetscht werden. Unsere Analyse zeigt, dass fliegende Insekten im Durchschnitt tatsächlich abgenommen haben. Die meisten Insekten sind jedoch weniger auffällig und leben außerhalb der Sichtweite - im Boden, in Baumkronen oder im Wasser." Für die neue Studie analysierten die Forscher auch Daten aus vielen dieser verborgenen Lebensräume. Dabei habe sich gezeigt, dass heute im Durchschnitt weniger Insekten im Gras und am Boden leben als früher - ähnlich wie die Fluginsekten. Im Gegensatz dazu sei die Zahl der in Baumkronen lebenden Insekten im Durchschnitt weitgehend unverändert geblieben. Umweltschutz zeigt Wirkung - bei Wasserinsekten. Der Verlust von Insekten werde durch die Zerstörung von Lebensräumen, Pestizide und Lichtverschmutzung verursacht.